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Mitgliederversammlung 2009

In der Mitgliederversammlung 2009 der Aktion Deutsche Sprache e.V. am Donnerstag, 12. Februar 2009, in Hannover legte der Vorsitzende Dr. Hermann Neemann nach der Behandlung der Regularien einen eingehenden Geschäftsbericht vor. Er wies zunächst auf die Wahlprüfstein-Aktion zur Landtagswahl im Janzar 2008 in Niedersachsen hin. Besonders erwähnenswert sei die hohe Rücklaufquote mit 111 Antworten. Danach würden wir inzwischen von allen Parteien wahrgenommen. Unsere Sprachtreff-Veranstaltungen 2008 begannen mit dem Vortrag von Dr. Heinz Zimmermann, Dornach/Schweiz, zum Thema „Sprechen und Denken“. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, das Spendenergebnis war sehr hoch. Leider mußte die Bundestagsabgeordnete Frau Gitta Connemann ihren als Auftakt zum Tag der deutschen Sprache vorgesehenen Vortrag „Die Initiative Sprachlicher Verbraucherschutz“ wegen einer Fußverletzung absagen.
Unsere Informationsveranstaltungen unter freien Himmel konnten wir nur im Frühjahr und zum Tag der deutschen Sprache im September durchführen, sagte Dr. Neemann weiter. Die Termine in Bückeburg, Hameln und Hildesheim sollen in diesem Jahr nachgeholt werden. Der Vorstand hat im letzten Jahr siebenmal getagt. Ein Schwerpunkt der Beratungen war die Neufassung des Faltblattes „Die Aktion Deutsche Sprache“. Der neue Prospekt soll vor allem der Mitgliederwerbung dienen. Leider ist die Zahl der Mitglieder noch immer ein Problem. Neben den drei Ehrenmitgliedern, Frau Kammersängerin Edda Moser, der Gründerin der Initiative sprachlicher Verbraucherschutz, Frau Juliane Klöckner, und Sänger Frank Ramon gehören zwei Korporativ-Mitglieder, nämlich die Marschner-Loge und der Heimatbund Niedersachsen, der Aktion Deutsche Sprache an.
Bei der Installation eines Sprachpreises für Studenten an der Fachhochschule Hannover sind wir leider nicht zum Ziel gekommen, sagte der Vorsitzende weiter. Er wies dann darauf hin, daß unsere Arbeit neuerdings verstärkt von den Parteien beachtet wird: Am 02.12.2008 tagte der Bundesparteitag der CDU in Stuttgart und beschloß mit großer Mehrheit einen Antrag, der deutschen Sprache durch eine Bestimmung im Grundgesetz Verfassungsrang zu geben. Seither ist die breite Diskussion um das Für oder Wider nicht mehr aufzuhalten. Erst kürzlich äußerte sich Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert wieder positiv. In einer Blitzumfrage mit E-Post hatten wir dazu die Bundestagsabgeordneten der CDU aus Niedersachsen um eine Stellungnahme gebeten. Das Ergebnis war recht ernüchternd: Von den 21 Abgeordneten haben 11 überhaupt nicht geantwortet. Sieben haben vorbehaltlos für eine Aufnahme gestimmt, zwei Abgeordnete waren strikt dagegen, einer will sich erst entscheiden, wenn die Frage auf der Tagesordnung steht. Bei diesem Ergebnis werden wir noch viel Arbeit zu leisten haben, bis wir am Ziel sind, sagte Dr. Neemann.
In einem Ausblick auf das Jahr 2009 sagte er: Da sind zuerst die Sprachtreff-Veranstaltungen. Wir sind der Überzeugung, daß wir wiederum aktuelle und interessante Themen gefunden haben. „Laden Sie Gäste ein und bringen Sie Freunde, Verwandte und Bekannte mit“, forderte der Vorsitzende die Mitglieder auf. Im Augenblick komme die „Anti-SALE-Aktion“ der Deutschen Sprachwelt zur rechten Zeit. Wir möchten uns dieser Aktion gerne anschließen, die im Übrigen für alle Ausverkaufsaktionen des Handels unter der Bezeichnung „SALE“ Anwendung finden kann. Ein entsprechender Aufkleber für die Schaufenster der Sprachsünder und ein Informationsblatt für das Verkaufspersonal wurden vorgestellt und verteilt. Der Dank galt an dieser Stelle auch Herrn Klose von der Dirk Rossmann GmbH für die finanzielle Unterstützung dieser Aktion. Sie kann sich nahtlos unsere Initiative „Deutsch ins Grundgesetz“ anschließen. Die Versammlungsteilnehmer wurden aufgefordert, überall, wo sie nur können, Unterschriften für die Aufnahme einer Bestimmung über die deutsche Sprache ins Grundgesetz zu sammeln. Unterschriftsbogen und Argumentationshilfe sowie das Merkblatt können beim Vorsitzenden angefordert werden.
Selbstverständlich sollen in diesem Jahr wieder an Informationsständen im Lande für unser Anliegen geworben werden. Um unseren Auftritt in Zukunft professioneller zu gestalten, wurde ein einfach aufzubauender Systemstand gekauft. Zu guter Letzt nannte Dr. Neeman den Höhepunkt unserer diesjährigen Aktivitäten: Den neuen Wettbewerb „Die besten deutschsprachigen Werbesprüche“. In Zusammenarbeit mit Herrn Klose von der Dirk Rossmann GmbH wurde die Ausschreibung für diesen bundesweiten Wettbewerb ausgearbeitet. (Die Ausschreibung ist auf unserer Internetz-Seite veröffentlicht). Jeder kann mitmachen. Die Werbung in den Druckmedien ist bereits angelaufen. „Centaur“, das Kundenmagazin der Dirk Rossmann GmbH, und die „Deutsche Sprachwelt“ unterstützen uns wieder. In vier Kategorien - Industrie- und Handelswerbung, Werbung im Handwerk und für Dienstleistungen - werden deutschsprachige Werbesprüche gesucht, die sich durch Ideenreichtum, Treffsicherheit und Humor auszeichnen. Bewertet werden Texte, die in der Zeit vom 01.04. bis zum 31.07.2009 erscheinen. Die Preise werden am 28.08.2009 - Goethes Geburtstag vor 260 Jahren - überreicht. Für die Unterstützung unserer gemeinsamen Aktion dankte der Vorsitzende der Dirk Rossmann GmbH und Herrn Klose.

Dem Bericht des Vorsitzenden schloß sich eine außerordentlich lebhafte und engagierte Diskussion an. Herr Hildebrandt machte den Vorschlag, jedes Mitglied der Aktion Deutsche Sprache solle ein weiteres Mitglied werben – „dann sind wir auf einen Schlag schon doppelt so viele wie jetzt“. Dann ging es in der Diskussion besonders um die Verschluderung der deutschen Sprache und der Rechtschreibung. Herr Hummel fragte, warum bei offiziellen Bezeichnungen – typische Beispiele: Leibniz Bibliothek oder Wolfsburg BadeLand – die Bindestriche wegfallen. Herr Weilandt sprach von einer Perversion der deutschen Sprache und geißelte den „Unsinn mit dem Apostrophenzeichen“ z.B. um`s. Herr Dr. Nemann wies darauf hin, daß es beispielsweise in der Schweiz schon eine Reform der Reform der Rechtschreibung gebe, besonders von der Presse unterstützt. Frau Poetsch, Magdeburg, bemängelte, daß im Schulunterricht über die klassischen Dichter wie Goethe und Schiller nicht mehr gesprochen wird; ferner sei unsere „Aktion deutsche Sprache“ nicht bekannt genug. Herr Klose entgegnete, als regionaler Sprachverein müssten wir zunächst im eigenen Umkreis das Feld bestellen. Herr Böer bemängelte, dass es keine autorisierte staatliche Institution gibt, die sich um die Pflege der deutschen Sprache kümmert, nur private Sprachvereine. Die Politiker sollten dafür eine eigene Akademie gründen. Im Endergebnis war sich die Versammlung einig, dass jeder einzelne selbst etwas tun muß, sowohl in seinem Umfeld als auch dadurch, daß er aktiv wird und in den Zeitungen, besonders aber auch im Fernsehen mit Leserbriefen oder über Hörertelefon auf die Schludrigkeit im Umgang mit der deutschen Sprache sowie mit der Überfrachtung durch Denglisch und durch die Werbesprache hinweist. Der Vorstand der Aktion Deutsche Sprache will auf Vorschlag von Herrn Hildebrandt einen Arbeitskreis einrichten, der sich mit den vielen Anregungen und Vorschlägen aus dieser Diskussion befaßt.

Bei der Neuwahl des Vorstands wurde Dr. Hermann Neemann einstimmig als 1. Vorsitzender wiedergewählt. Für den auf eigenen Wunsch als stellvertretender Vorsitzender aus dem Vorstand ausgeschiedenen Walter Mehring wurde Gerhart Wehner, der dieses Amt bereits seit einem halben Jahr kommissarisch innehatte, ebenfalls ohne Gegenstimme gewählt. Gleichfalls wurden in getrennten Wahlgängen Schatzmeister Peter Wannemacher und Schriftführer und Pressesprecher Rolf Zick einstimmig wiedergewählt. Auch die bisherigen Beisitzer Frau Marion Reerink, Heinrich Stracke und Uwe Schwartzkopff wurden ohne Gegenstimmen wiedergewählt. Als weiterer Beisitzer wurde Wolfgang Hildebrandt aus Lehnstedt nach kurzer Vorstellung neu als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Der den Mitgliedern mit der Einladung zugeschickte Vorschlag zur Satzungsänderung wurde vom Vorsitzenden Dr. Neemann erläutert und begründet. Der § 11 Absatz 3 der Satzung, der vorsah, das Vereinsvermögen bei Auflösung des Vereins der Region Hannover für Zwecke der Sprachpflege zur Verfügung zu stellen, soll nunmehr lauten: „Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V., Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache, Schloßplatz 5, 06366 Köthen.“
Die Satzungsänderung wurde ohne weitere Aussprache einstimmig und damit mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit beschlossen.










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