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Unterschriftensammlung für die Kultusminister-Konferenz

Kinder sollen weiterhin Schreibschrift lernen
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Dr. Susanne Eisenmann, (Baden-Württemberg), hat am 3. November 2017 in Stuttgart eine Unterschriftensammlung zur Rettung der Schreibschrift entgegengenommen. Über 17 200 Bürger fordern mit ihrer Unterschrift die KMK auf, dafür zu sorgen, dass Grundschulen den Kindern weiterhin die Schreibschrift beibringen. Vor dem Stuttgarter Landtag übergaben Sprachschützer Wolfgang Hildebrandt (Vorsitzender der Aktion Deutsche Sprache), Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg (Neue Fruchtbringende Gesellschaft) und Thomas Paulwitz (Deutsche Sprachwelt) jetzt Frau Dr. Susanne Eisenmann, die auch badenwürttem-bergische Kultusministerin ist, sieben große Ordner, die mit Unterschriftenlisten gefüllt sind. Frau Dr. Eisenmann zeigte sich bestärkt in ihrer Entscheidung, in ihrem Bundesland die Abschaffung des Schreibschriftunterrichts zu verbieten. Auf Grund des großen Zuspruchs, den die Verfechter der Schreibschrift beim Sammeln der Unterschriften erfahren durften, sind sie sich sicher: «Die Stimmung in der Bevölkerung ist eindeutig: Die Schreibschrift muss bleiben. Wenn Kinder fließend und unverkrampft schreiben können, besitzen sie ein hervorragendes Werkzeug zur Aneignung von Bildung und Wissen. Sie erkennen Rechtschreibfehler rascher und lernen auf diese Weise, sie zu vermeiden.»
Die Sprachzeitung Deutsche Sprachwelt aus Erlangen, die Aktion Deutsche Sprache (ADS) aus Hannover und die Neue Fruchtbringende Gesellschaft (NFG) aus Köthen (Anhalt) hatten die Unterschriften gemeinsam gesammelt. Einen ersten, kleineren Teil mit rund 2100 Unterschriften hatten sie vor wenigen Jahren bereits an den damaligen KMK-Präsidenten Bernd Althusmann in Hannover übergeben. Jetzt folgte in Stuttgart die zweite Übergabe mit mehr als 15 100 Unterschriften.
Wolfgang Hildebrandt, Thomas Paulwitz und Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg dankten der Kultusministerin für ihren Einsatz zur Rettung der Schreibschrift. Ihren Dank verbanden sie mit dem Wunsch, dass sich Frau Dr. Eisenmann in der Kultusminister-Konferenz dafür einsetzen möge, dass wieder in allen Bundesländern eingehend Schreibschrift unterrichtet wird. «Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Schreibschriftunterricht», erklärte Paulwitz. Viele Vorteile der Schreibschrift – Förderung der Feinmotorik, des Denkens und des Lernens – lägen nicht nur auf der Hand, sondern seien auch wissenschaftlich erwiesen. Kinder dürften nicht zu «Schreibstotterern» erzogen werden, indem ihnen willkürlich die Aneignung eines Kulturguts vorenthalten wird.
Neben Baden-Württemberg haben auch Bayern, Sachsen und zuletzt Schleswig-Holstein den Gedanken aufgegeben, die Schreibschrift durch die sogenannte Grundschrift zu ersetzen – eine Druckschrift mit Häkchen, bei der es den Schülern überlassen bleibt, wie sie die Buchstaben verbinden – mit entsprechend verheerenden Ergebnissen. Das nächste Ziel der Aktion «Rettet die Schreibschrift» ist jetzt, dass auch schriftbequeme Länder wie Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wieder dazu bereit sind, den Schreibschriftunterricht an den Grundschulen stärker zu gewichten.
 

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